Filou kam aus dem Tierheim. Struppiges Fell, juckende Haut, Magenprobleme, Grasfressen, ständiges Pfotenlecken, und dieser Geruch, den man nicht wegbadet. Ich habe gemacht, was man macht: Tierarzt, empfohlenes Futter, teures Futter, noch teureres Futter. Am Anfang wurde es jedes Mal ein bisschen besser. Und dann kratzte er wieder.
Irgendwann saß ich abends mit einer Packung in der Hand am Küchentisch und habe die Zutatenliste gelesen. Richtig gelesen, Wort für Wort. Und ich habe gemerkt, dass ich sie nicht verstehe. Ich, die beruflich jahrelang Texte auseinandergenommen hat, stand vor dieser Liste wie vor einer Fremdsprache. Das war der Moment, an dem ich beschlossen habe, diese Sprache zu lernen.
Ein paar Wochen nach der Umstellung auf ein Futter, das ich endlich verstanden habe, war Filou ein anderer Hund. Das Fell glänzte, das Kratzen hörte auf, das Pfotenlecken auch. Er lag entspannt auf der Terrasse, und ich habe zum ersten Mal seit Monaten nicht mehr auf ihn geschaut, um zu prüfen, ob etwas nicht stimmt. Ich habe einfach nur geschaut.